Kultur

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Damaskus - Hama - Latakia

Damaskus ist der Inbegriff der orientalischen Stadt. Seine Altstadt ist ein Gewirr aus engen Gassen und seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe. Hinter den fensterlosen Mauern der Gassen verbergen sich Häuser, die kleinen Palästen gleichen. Viele Herrscher haben ihre Spuren in Form von Bauwerken hinterlassen und die an den meisten Stellen noch intakte Stadtmauer, lässt einen die Geschichte erlebbar werden.

Aber Damaskus ist auch Moderne und schicke Cafés mit Flachbildfernsehern an den Wänden sind keine Seltenheit mehr. Es gibt das erste moderne Einkaufszentrum und auch eine U-Bahn befindet sich in der Planung. Die Stadt platzt aus allen Nähten und auch wenn sie offiziell nur 1,6 Millionen Einwohner hat, wird davon ausgegangen, dass sie mit all ihren Vororten locker die drei Millionen-Marke knackt. Damaskus ist also auf dem Weg in die Moderne und an einigen Ecken sogar schon angekommen, aber in seinem Herzen ist es immer noch eine Stadt, in der der Reisende seine Träume vom Orient wiederfinden kann.

Syrien bietet wie kein zweites Land im Nahen Osten eine Reise in die Träume aus Tausendundeinernacht an. Die Märkte, welche man im Arabischen Souks nennt, leben besonders davon, dass sie noch heute von den Einwohnern Syriens zum Einkaufen und Schlendern genutzt werden. Streift man also über einen syrischen Souk, gibt es allerhand zu entdecken, da das Warenangebot nicht auf Touristen zugeschnitten ist. Dabei lohnt es sich immer, der Einladung der Verkäufer zu folgen und sich das Sortiment erklären zu lassen. Besonders Kräuter- und Gewürzhändler entsprechen dem Bild, das der Orientreisende erwartet. Daneben sind die Städte in Syrien zum Teil über Jahrtausende gewachsen und somit finden sich in ihnen Bauten, welche die Blütezeit längst untergegangener Dynastien dokumentieren.

Zentrum des Landes ist die Hauptstadt Damaskus, aber Aleppo kann sich mit Fug und Recht als 'Metropole des Nordens' bezeichnen. Beide Städte sind Millionenstädte. Für den Besucher lohnt sich daneben ein Ausflug nach Hama, wo man die jahrhundertealten Wasserräder besichtigen kann und wenn man die Zeit hat, sollte man auch an die Küste Syriens fahren. Diese ist grüner und fruchtbarer als das Binnenland. Latakia ist die größte Stadt, welche einen ganz eigenen Charme hat, da sie in einer Region liegt, in der hauptsächlich Alawiten leben.
Als Reisender sollte man darauf gefasst sein, dass einen die Bewohner von Aleppo und Damaskus stets fragen werden, welche der beiden Städte man mehr möge, da zwischen beiden eine gewisse Rivalität vorhanden ist. Als diplomatischer Gast sollte man natürlich immer jener Stadt, in der man sich gerade befindet, den Vorzug geben und sich an der Erleichterung seines Gegenübers erfreuen. Ob man dabei Lügen muss, sei dahingestellt, da beide Städte sehr reizvoll sind und man sich vielleicht gar nicht für eine von beiden entscheiden kann.

Genau wie Damaskus und Aleppo, ist auch Hama eine Stadt, deren Geschichte bis weit vor unsere Zeitrechnung reicht. Allerdings erreichte Hama nie die gleiche Bedeutung wie Damaskus und Aleppo und hatte immer unter der Rivalität der beiden großen Nachbarstädte zu leiden. Hama stand immer zwischen den Fronten und erlangte nie eine eigene Autonomie, die über einen langen Zeitraum behauptet werden konnte. Unter dem Seleukiden Antiochos IV. Epiphanes, wurde die Stadt im zweiten Jahrhundert v.Chr. in Epiphania umbenannt. Später wurde die Stadt erst Teil des Römischen und dann des Byzantinischen Reiches. Mit der Islamischen Expansion gelangte Hama, wie auch der Rest von Syrien unter die Herrschaft des Kalifats. Von den Kreuzfahrern wurde Hama nur kurz eingenommen und von Saladin relativ schnell wieder befreit. Im 16. Jahrhundert fiel die Stadt an die Osmanen, bevor sie bis zur Unabhängigkeit Syriens, nach dem Ersten Weltkrieg französisches Protektorat wurde.

Ein Merkmal das der Stadt immer wieder nachgesagt wird ist, dass seine Bewohner die konservativsten des Landes seien. Von manchen wird vermutet, dass dies an der Umgebung der Stadt liegen könnte. Die umliegenden Städte und Landstriche sind überwiegend von islamischen Sekten bewohnt, die zur Schia gerechnet werden, während Hama als sunnitisch gilt. In den 1980er kam es in Hama zu einem Aufstand gegen die Zentralregierung in Damaskus, der von den Muslimbrüdern angeführt wurde. Der damalige Präsident Hafez al-Assad liess den Aufstand mit Hilfe von Panzern blutig niederschlagen, was nicht nur tausende Tote sondern auch eine Veränderung des Stadtbildes zur Folge hatte. Da sich die Aufständischen in der Altstadt verschanzt hatten und diese bombardiert wurde, bleib von ihr nicht viel übrig. Das was man heute noch sehen kann, lässt einen erahnen wie schön die Stadt einst gewesen sein muss.

Latakia ist die wichtigste Küstenstadt Syriens. Hier befindet sich der größte und bedeutendste Hafen des Landes. Dieser Hafen dominiert das Stadtbild erheblich, da er direkt vor die Strandpromenade der Stadt gesetzt wurde, so dass man heute, wenn man zum Meer hinuntergehen möchte, statt eines Stadtstrandes hohe Mauern und Zäune mit einem dahinter liegenden Containerhafen vorfindet. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, da Latakia trotzdem ein lohnenswertes Ziel im Rahmen einer Syrienreise ist. Die Bevölkerung im Umland Latakias besteht zu fast 80% aus Alawiten, die eine schiitische Glaubensgemeinschaft darstellen. Ihr Anteil an der syrischen Gesamtbevölkerung beträgt zirka sechs Prozent, aber auch in Damaskus findet man Gegenden in denen nur Alawiten leben. Als prominentester Vertreter der Glaubensgemeinschaft dürfte Präsident Bashar al-Assad gelten. In der Stadt selbst ist der Anteil der Alawiten zwar nicht so hoch wie im Umland und die Sunniten bilden die Mehrheit, aber das Klima der Stadt scheint offener zu sein, als das anderer syrischer Städte. Das liegt vielleicht auch an dem hohen Prozentsatz Christen, so dass drei Religionen nebeneinander leben und ein sehr liberales und tolerantes Klima erzeugen. Verglichen mit Städten wie Aleppo und Hama sieht man viel mehr unverschleierte junge Frauen und die Jugend scheint einen ungezwungeneren Umgang untereinander zu haben. Was die Geschichte Latakias betrifft, so geht diese zurück ins zweite Jahrtausend vor Christus und passt sich in etwa der Geschichte des Landes an. Alexander der Große, die Römer, die Kreuzfahrer, die arabischen Eroberer und die Osmanen. Alle sind sie hier gewesen und die einzige Besonderheit, welche Latakia von der Geschichte des Binnenlandes unterscheidet, ist die Epoche der Kreuzzüge. Wie alle Hafenstädte der Levante war auch Latakia als Nachschubbasis für die Kreuzfahrer heiß umkämpft, konnte aber letztendlich von den Rittern des Kreuzes nicht gehalten werden. Heute ist die Stadt einen Ausflug wert, um guten Fisch zu essen, das maritime Klima zu geniessen und Ausflüge ins Hinterland und an der Küste entlang zu unternehmen.